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Transhumanz, ein alter Begriff, steht für Wanderschäferei. Aus dem Sprachgebrauch fast verschwunden, soll er doch überleben, deshalb der Name unserer Schäferei. Ja, es gibt sie noch in unserer Industriegesellschaft, die modernen Nomaden, die mit ihren Herden große Entfernungen zwischen Sommer-, Herbst- und Winterweide zurücklegen, die auf die „Walz“ gehen. In jungen Jahren kam ich beim Hüten auf der schwäbischen Alb an das Grab eines Dichters, darauf stand:“Leben heißt Wandern“. Diesen Spruch habe ich nie vergessen und er ist zum Leitspruch meiner Schäferlaufbahn geworden, was wäre das Wanderschäferdasein ohne die Walz!

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  • Hochmoore: In den Mooren fressen die Schafe das unerwünschte Bentgras (lat. Molina) kurz. So erhalten moortypische Pflanzen wie Torfmoos, Sonnentau, Glockenheide, u.a. wieder Licht und damit die Möglichkeit, sich auszubreiten. Ein weiteres Problem in den Mooren ist der schnelle Aufwuchs von Birken. Nur der intensive Verbiß durch Schafe verhindert eine Ausbreitung und wirkt somit einer Verbuschung entgegen. In der durch Schafsbeweidung offen gehaltenen Landschaft können wieder verschiedene Bodenbrüter z.B. Brachvogel, Bekassine, Uferschnepfe u.s.w. mit Erfolg brüten und ihre Jungen aufziehen.

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  • Heiden und Sandmagerrasen: Heidelandschaften sind eine Kulturlandschaft. Für ihre Erhaltung ist ein regelmäßiger Verbiß der Besenheide ( lat. Caluna vulgaris) zur Verjüngung notwendig, um ein Absterben zu verhindern. Gerade in länger unbeweideten Gebieten kommt es oft durch jahrelang absterbende Vegetation zu einer starken „Streuschicht“, die das neue Keimen erwünschter Pflanzen verhindert. Hier zeigt sich die Stärke der Hütebeweidung, der „goldene Tritt“ der Schafe erreicht eine schnelle Auflösung der Streuschicht. Die Herde wirkt wie eine rießige „Trippelwalze“, die zwischen jeden Bult gelangt, keine Maschine kann dies leisten. Von uns gepflegte Heidegebiete sind ausserdem Heimat einer vielfältigen Tier- und Insektenwelt. Von den Schafen freigetretene Stellen bieten Lebensraum für seltene Käferarten. Die Beweidung aller Gebiete erfolgt nach einem vom Landesamt für Naturschutz jährlich neu festgelegtem Beweidungsplan. Der Beweidungserfolg wird ständig beobachtet und ausgewertet.

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  • Zum Einsatz kommt eine Herde weiße gehörnte Heidschnucken. Diese wird seit 1987 in Hochmooren gehütet und hat sich den nassen Verhältnissen und kargem Futteraufwuchs perfekt angepasst. Zusätzlich werden in der Herde 30 Ziegen gehalten, die wegen ihrer Vorliebe für Birkenblatt und andere Sträucher der Verbuschung intensiv entgegenwirken. Grundlage für unsere Ziegenzucht war die bunte deutsche Edelziege. Durch planmäßige Verdrängungskreuzung mit Toggenburger-, Walliser Schwarzhals- und Kaschmirböcken wurde im Laufe von 15 Jahren eine, den norddeutschen Wetterverhältnissen angepasste Gebrauchziege gezüchtet.

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  • Hütetechnik: Grundlage für jede planmäßige Naturschutzbeweidung ist eine ausgefeilte Hütetechnik! Nur ein Schäfer, der die Herde in jeder gewünschten Form im engen oder weiten Gehüt in der Landschaft zu führen versteht, kann den vielfältigen Zielen gerecht werden. Ohne die tägliche Hütearbeit kann man aber keine Hunde ausbilden und auch die Schafe, die nicht jeden Tag gehütet werden, verhalten sich schreckhafter und sind nicht so ruhig zu führen. Leider hat die Hütekultur in den letzten Jahren stark abgenommen, viele Betriebe halten die Schafe im Netz .Berufsanfänger können in solchen Schäfereien das Hüten nicht mehr erlernen. So verstärkt sich die Tendenz, das es einen Mangel an qualifizierten Hüteschäfern gibt, noch weiter,was verheerende Folgen für die Natur- undLandschaftspflege in Zukunft hat.

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  • Ausbildungsbetrieb: Neben den Inhalten der normalen Ausbildung zum Tierwirt/Schäfer, liegen unsere betriebsbezogenen Schwerpunkte der Ausbildung im Erlernen der traditionellen Hütetechnik, wie sie die Wanderschäfer seit altersher beherrschen. Darüberhinaus wird ein fundiertes Wissen der Zusammenhänge von Flora und Fauna und ihre Entwicklung durch die Schafbeweidung vermittelt. Die Ausbildung zum Hüteschäfer dauert 3 Jahre.

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